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In der vergangenen Woche erschien ein aufrüttelnder Bericht über finanzielle Gewalt in gleich zwei reichweitenstarken Medien: Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte den Artikel von Julika Wolf in ihrer Wochenendausgabe, gleichzeitig erschien derselbe Beitrag auch bei FOCUS online. Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Sarah Herrmann (Name geändert) – eine von vielen Frauen, die nach einer Trennung in finanzielle Not geraten, weil der Ex-Partner Macht über Geldmittel und Vermögenswerte ausübt.

Dr. Sally Peters, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff), wird in beiden Versionen des Artikels ausführlich zitiert. Sie erklärt, was finanzielle Gewalt bedeutet: etwa wenn Unterhalt nicht gezahlt wird, der Zugang zu Konten verweigert oder ein Partner durch erzwungene Vertragsunterschriften verschuldet wird. Solche Formen ökonomischer Kontrolle sind häufig mit psychischer Gewalt verknüpft – und betreffen in der Regel Frauen, quer durch alle Bildungs- und Einkommensgruppen.

„Ich bin überzeugt, dass die Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen bereits einen großen Unterschied macht“, betont Peters. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass strukturelle Ungleichheiten wie der Gender Pay Gap und traditionelle Rollenbilder den Nährboden für finanzielle Gewalt bilden.

Gemeinsam mit Dr. Birgit Happel (Geldbiografien®) hat das iff 2024 eine Stellungnahme zu finanzieller Gewalt veröffentlicht. Beide streben ein Forschungsprojekt zu dem Thema an – bisher jedoch ohne ausreichende Fördermittel. Die Resonanz auf ihre bisherigen Veröffentlichungen zeigt deutlich: Das Thema verdient mehr gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit. Der doppelt veröffentlichte Bericht leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

Artikel FOCUS online.
Stellungnahme von Dr. Birgit Happel und Dr. Sally Peters